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Mehl-Boxen? Ein neuer Kampfsport?

Als Mailbox oder BBS (Bulletin Board System) wird ein Computer bezeichnet, der es den Nutzern ermöglicht, Nachrichten auszutauschen und in den meisten Fällen auch, Dateien abzurufen. Im Gegensatz zum Internet wird zu den Mailboxen traditionell eine direkte Verbindung per ISDN-Adapter oder analogem Modem hergestellt. Dies hat so seine Vor- und Nachteile.

Vorteilhaft ist, dass die Daten wirklich nur direkt zwischen den beiden Rechnern verbundenen Rechnern übertragen werden, also niemand dazwischen "mithören" kann. Aufgrund der direkten Verbindung kann auch die maximale Datenrate der Verbindung (7800cps bei ISDN, 4000cps [zzgl. Kompression] bei analogen Modems nach V34+-Standard) genutzt werden kann. Einen großen Nachteil stellen die im Vergleich zu den Internet-Einwahlgebühren recht hohen Telefonkosten dar. Nach der Öffnung des Telefonmarktes am 1.1.1998 besserte sich diese Situation, da es nun auch Anbieter gab, die sekundengenau abrechneten.

FIDO (und andere Hunde)

Da Diskussionen in den Kreisen von einzelnen Mailboxen meist recht übersichtlich sind (von einigen ganz großen vielleicht mal abgesehen), gibt es auch so genannte Nachrichtennetze, in denen sich mehrere Mailboxen mit ihren Nutzern zusammengeschlossen haben. Vor allem sei hier das FIDO-Netz genannt. Aber auch andere Netze existieren (noch), die sich dann meist mit besonderen Themen - z. B. StarWars, Wirtschaft, OS/2 - beschäftigen.

Es wird schnell deutlich, dass die gesunkenen Einwahlkosten gerade auch für diese Netze vorteilhaft sind. So sind die Kosten für die Nodes, die sich aus dem "Zusammensuchen" der Mails ergeben, deutlich gesunken, was dann auch zu einer höheren Pollfrequenz geführt hat, wodurch letztlich Mails schneller ausgetauscht werden können. Dies trägt zur Attraktivität des Netzes bei.

Die FIDO-Gemeinde ist auch neuen Techniken gegenüber aufgeschlossen. Natürlich kann und sollte man das InterNet nicht ignorieren - es stellt auch für die Nachrichten und Files im FIDO ein gutes Transportmedium dar. Um dieses zu nutzen, wurde das binkp-Protokoll erdacht, mit dem es möglich ist, Kontakt zu Mailboxen über den InterNet-Provider und TCP/IP herzustellen. Neben weiter gesunkenen Kosten und "schnelleren Mails" (vor allem über den großen Teich etc.) ist somit auch der Zugang zu den Mailboxen für neue Nutzer vereinfacht worden. In Zeiten der DSL-Flatrate, vor allem von T-Online, geht damit der Austausch von Mails zwischen den Systemen noch wesentlich schneller. Die Laufzeiten der Mails sind, da viele wichtige Systeme über binkp-Lines verfügen, nun fast mit denen im UseNet vergleichbar.

Technik der Mailboxen

Die Mailboxen, die an das FIDO-Netz angeschlossen sind, werden als "Nodes" bezeichnet. Ihnen werden Adressen zugewiesen, die sich aus der Zone, der Region und dem Segment sowie der Nummer des Nodes zusammensetzt. So ist eine eindeutige Identifikation möglich. Es gibt eine weltweite Liste, die die Namen der SysOps (Betreiber der Nodelisten), der Adresse ihrer Mailbox sowie deren Telefonnummer und einige Flags für die "Fähigkeiten" der Box enthält. Diese Nodeliste erscheint jede Woche.

Unterhalb der Node-Ebene gibt es aber noch weitere Teilnehmer im FIDO-Net. Dies sind - in letzter Zeit immer seltener gewordene - Online-User, die ihre Mails lesen, während sie mit der BBS verbunden sind. Dazu werden Terminalprogramme wie ZOC oder Telix benutzt. Häufiger sind jedoch die so genannten Points. Ihre Adresse setzt sich aus der des Nodes, ergänzt um eine weitere Nummer, zusammen. Auch hier gibt es eine wöchentlich erscheinende Liste. Points bauen eine Verbindung zum Node-Sytem nur kurzzeitig auf, um ihre Nachrichten und eventuell noch ein paar Files zu bekommen (und eventuell zwischendurch mit dem Sysop zu chatten ;-) ). Nach dem Herunterladen werden die Nachrichten lokal verarbeitet, und der Nutzer kann sich beim Lesen Zeit lassen. Gängige Pointprogramme sind CrossPoint, FleetStreet oder WinPoint.

Zu den neueren Entwicklungen im FIDO-Net gehört das CD-Point-Projekt. Ziel dieser Gruppe ist es, die Teilnahme am FIDO-Net für Points so einfach wie möglich zu gestalten. Der Nutzer muss sich nicht mehr um die Konfiguration der FIDO-Programme kümmern - er wählt einfach seine Internetverbindung aus, sucht eine Mailbox aus einer Liste, klickt auf Anmelden, und das war es dann eigentlich auch schon.

The VillageBox - my own bbs

Das Betriebssystem - eine Glaubensfrage?

Damit das ganze auf Seiten des Nodes ordentlich funktioniert, sind eine ganze Menge an Programmen notwendig. Zunächst muss natürlich das Betriebssystem ausreichend stabil sein, um ohne Aufsicht tagelang "durchlaufen" zu können. Noch weit verbreitet ist deshalb in der DFÜ-Szene OS/2, allerdings gewinnt auch hier Linux immer mehr an Bedeutung. Da meine Mailbox gleichzeitig noch als Print-, File- und lokaler Mailserver für ein Windows-Netzwerk fungiert, habe ich mich ebenfalls für OS/2 Warp entschieden - und dies bisher nicht bereut. :-) Nachdem die Version 3 dieses Betriebssystems hier lange Jahre seine Dienste getan hat, habe ich mich entschlossen, doch etwas mit der Zeit zu gehen, und deshalb Warp 4 installiert, derzeit mit dem immernoch aktuellen deutschen FixPack 15 und einigen kleineren Fixes.

Grundausstattung eines Nodes

Zur Kommunikation mit der Außenwelt - sei es der Uplink, von dem die Post abgeholt werden muss, oder die Points, die ihre Mail haben wollen - benötigt man einen so genannten Mailer. Dieser wartet auf Verbindungen und entscheidet dann anhand der übertragenen Daten, ob der Anrufer Post bekommen will oder nach Dateien fragt bzw. ob es sich um einen Online-User handelt. Hier erledigt BinkleyTerm 2.60 XH6 diesen Dienst, und das ganze gleich drei Mal. Mehrere Instanzen sind notwendig, weil Nutzer auf zwei ISDN-Leitungen oder einer ISDN- und einer analogen Leitung gleichzeitig eine Verbindung mit der Mailbox aufbauen können sollen. Andere verbreitete Mailer sind auch McMail, T-Mail oder Argus. Zum Austausch der FIDO-Mail über das InterNet wird (meist zusätzlich) noch ein Programm benötigt, welches das binkp-Protokoll unterstützt. Bei mir ist dies im Moment binkd/2 0.9.4 in einer Version von Tobias Ernst.

Gut, nun liegen also die Dateien mit ihren kryptischen Namen auf meiner Festplatte, und das meist noch gepackt. Darin kann man also keine Mails (vernünftig) lesen, geschweige denn beantworten. Dazu müssen diese Pakete erst einmal verarbeitet werden. Programme, die dies erledigen, werden Tosser genannt. Sie lesen die eingegangenen Pakete, überprüfen ggf. die Passwörter, verteilen die Mail auch an Points, so sie an diese gerichtet ist, und sortieren das ganze noch in eine lokale Messagebase ein. Mein Favorit als Tosser ist FastEcho, und auch er läuft seit geraumer Zeit sehr unauffällig.

Bei der Mailverteilung gibt es noch eine Besonderheit, die mit Online-Usern und Mailinglisten zu tun hat: Diese besitzen im FIDO alle dieselbe Adresse wie der Node. Um die Mails trotzdem ordentlich auseinanderhalten zu können, werden sie nach dem Empfängernamen noch einmal sortiert. Dies erledigen so genannte Tracker, in meinem Fall itraX.

Gut, jetzt ist die Mail also sortiert und auch für die Points bereitgelegt. Wenn diese dann pollen (also ihre Mail abholen), werden die Pakete zu ihnen geschickt, und auf ihrer Seite passiert meist dasselbe noch einmal, wenn auch in einem etwas kleineren Rahmen. Der Vorteil der Pointprogramme ist dann meist auch noch, dass sie Mailer, Tosser und Reader in einem Programm vereinen, die Points also nicht so viele Tools konfigurieren müssen.

Natürlich wollen die Nodes auch ihre Mails lesen. Dazu gibt es Editoren, die extra für diese Aufgabe geschrieben sind. Sie verstehen meist alle FIDO-Standards, und können heute meist auch mit lokalen InterNet-Gates umgehen, mit deren Hilfe FIDO-Nutzer auch an Diskussionen im UseNet teilnehmen können. Lange Zeit hat hier timEd diesen Job übernommen. Da es für dessen y2k-compliance aber leider nur "Hotfixes" gab, die allerdings wunderbar funktionierten, und dieser Reader nicht mehr weiter entwickelt wurde, bin ich dann auf GoldED+ umgestiegen. Hierbei handelt es sich um die Weiterentwicklung von GoldED durch Alexander S. Aganichev.

Um diese Programme ordentlich miteinander verknüpfen zu können (der Tosser soll die Pakete bearbeiten, sobald sie auf der Platte liegen; Uplinks sollen regelmäßig angepollt werden, etc.), benötigt man noch ein weiteres Programm, welches ordentlich mit Semaphoren, also kleinen Dateien, die bestimmte Zustände anzeigen, umgehen kann, und am besten auch zeitgesteuert tätig wird. Sicherlich kann man so etwas auch als Batchfile oder REXX-Script schreiben, aber Tools wie UniSched von Tobias Ernst erledigen diesen Dienst sehr viel besser.

So, das war eigentlich alles, was es zum Mailen im FIDO-Net zu sagen gibt. Neben dem Nachrichtenaustausch gibt es im FIDO allerdings noch so genannte FileEchos, vergleichbar vielleicht mit den binary-Newsgroups im InterNet. Der Unterschied ist, dass im FIDO in diesen Echos überhaupt keine Diskussionen möglich sind. Über diese Wege werden z. B. Node- und Pointlisten verteilt, aber auch Newsletter der FIDO-Gemeinde oder Files für spezielle Interessen, wie z. B. Parlamentsprotokolle der EU etc.

Damit auch der Fileaustausch ordentlich funktioniert, benötigt man weitere Programme, zumindest auf Seiten der Nodes. Da Points die Files eigentlich nicht automatisiert weiter verschicken, müssen sie sich darum nicht weiter kümmern. Bei den Nodes laufen dann so genannte Ticker. Bekannt dürfte hier vor allem AllFix sein. Auf meinem System setze ich hingegen FileScan ein. Michael Duesterhoefft hat die Entwicklung zwar vor zwei Jahren eingestellt, allerdings hat er zum Glück den Source unter der GPL veröffentlicht. Dies gab mir die Möglichkeit, das Programm weiter zu entwickeln, und auch eine native OS/2- sowie Win32-Version herzustellen.

Schließlich sei noch auf VIReq hingewiesen, einen kleinen und schnellen Requestprozessor von Volker Imre. Dieses Programm ermöglicht es anderen Leuten, Files direkt zu von meinem System zu bekommen, ohne dass sie sich dafür ein FileEcho bestellen müssten.

Um einmal wieder etwas mit der Zeit zu gehen, unterstützt mein System jetzt auch die CD-Point-Anmeldung. Dafür ist noch ein weiteres Programm nötig, welches den künftigen Point in die Konfigurationen der genannten Programme automatisch einträgt, soweit dies notwendig ist. Diesen Zweck erfüllt hier FreePoint.

Darf es etwas mehr sein?

Für "FIDO-only"-Nodes wäre dies eigentlich alles, was zum Betrieb einer Mailbox notwendig ist. Wenn dann allerdings noch Newsgroups gegatet werden sollen, werden weitere Programme nötig. Bei fast allen Systemen, die ich kenne, läuft das ganze über UUCP, und als Mailer wird meist UUCiCo eingesetzt - egal, ob mittels einer Direktverbindung oder über TCP/IP. Da die so gewonnenen Dateien aber nicht mit den FIDO-Mails kompatibel sind, muss ein weiteres Programm heran: Das Gateway. Häufig wird man hier GiGo begegnen. Da dieser aber eine speziell kompilierte Version von UUCiCo voraussetzt, von der nur ein relativ altes Kompilat existiert, habe ich mich für UUFIDO von Thomas Seeling entschieden. Doch bevor dieses Programm die UUCP-Dateien in FIDO-kompatible Mails konvertiert, setzt noch ein kleines Tool von mir ein, welches den lokalen Mailserver (POP) mit seinen Mails versorgt.

Alles, was nichts mit dem FIDO zu tun hat

Den Dienst des Mailservers - nein, das hat jetzt wirklich nicht mehr viel mit FIDO zu tun - erbringt hier Weasel. Dies ist das einzige Programm, welches ich relativ schnell und problemlos als POP- und SMTP-Server installieren konnte. Man sollte jedoch gerade bei einem offenen Port 25 darauf achten, dass man Mails, die weitergeleitet werden, nur von trusted hosts annimmt... Sonst wird man schnell zu einem offenen Relay. Als NNTP-Server für Newsgroups arbeitet hier Changi.

Damit auch die anderen Rechner im Netzwerk auf das Internet zugreifen können, muss ein Programm laufen, welches diese Verbindung automatisch herstellen kann. Unter OS/2 bieten sich dafür ISDNPM, InJoy oder SafeFire/PPP an. Alle bieten auch gleich noch die Möglichkeit, als FireWall zu fungieren, um so die Gefahr des Eindringens von außen auf den Rechner zu verhindern. Diese Methode des InterNet-Zugriffs nimmt auch einigen Problemen in Zusammenhang mit der Windows-DFÜ-Verbindung ihren Schrecken, weil man sie eben nicht benutzt. :-)

Nachdem ich es nicht geschafft hatte, InJoy FireWall länger als 20 Stunden ohne Absturz laufen zu lassen, und SafeFire zum einen nicht so richtig die eigene FireWall-Konfiguration verstand, zum anderen offenbar unnötig Arbeitsspeicher verschlang, setze ich jetzt auf ISDNPM. Das Programm sieht zwar vergleichsweise "klein" aus, macht aber alles, was man für einen Internetzugang benötigt - und das sehr zuverlässig.

Damit der Dialer aber nicht bei jeder DNS-Abfrage zum Wählen gezwungen wird, muss hier noch ein DNS-Server zum Einsatz kommen, der die - meist wenig hilfreichen - Abfragen bearbeitet. Dies war hier früher BIND 8.1.2., jetzt erledigt der DDNS-Server von OS/2 diesen Dienst.

Für den Zugriff auf das InterNet zum Surfen ist das allerdings noch nicht genug. Einige Testreihen mit Squid brachten mich jedoch vorerst wieder davon ab, einen Proxy auch noch auf der Mailbox laufen zu lassen - dieser Zwangs das System zu sehr in die Knie. Damit man aber nicht zu sehr mit Werbung überhäuft wird, lief hier noch der JunkBuster, welcher Werbung anhand von URLs und typischen Dateinamen filtert - so macht das Surfen mehr Spaß. Als Alternative dazu entdeckte ich SmartCache - einen Proxy-Server, der in Java geschrieben ist. Deshalb läuft er auch unter OS/2. Etwas skeptisch war ich wegen meiner Performance-Erfahrungen mit Java - und wurde von SmartCache positiv überrascht. Nebenbei bietet er auch Filterfähigkeiten, was den Einsatz des JunkBusters überflüssig macht.

Weiterhin läft noch ein Webserver für das lokale Netz (web/2) sowie ein FTP-Server (von Peter Moylan). Beide dienen eigentlich nur dem "privaten" Gebrauch.

Weiterhin läuft hier noch FREC, welches von BinkleyTerm aufgerufen wird, um Faxe zu empfangen. Zum Schluss bleibt eigentlich nur noch CallID20 zu nennen, ein selbst geschriebener Anrufmonitor für OS/2, der auf den CAPI 2.0-Standard aufsetzt.

Sozusagen außer Konkurrenz liefen hier noch der Client von distributed.net und der dazu gehörende Personal Proxy, damit auch die anderen Rechner mitarbeiten können, wenn sie angeschaltet sind. Diese beiden Programme habe ich aber wieder „entfernt”, weil mir ein leiser und kühler Rechner wichtiger war.

Vor einiger Zeit lief hier noch ein Programm, welches ein selbst gebasteltes Display, bestehend aus 12 LEDs, ansteuert. Dieses Display arbeitete am Parallelport. Bauanleitung und Source folgen sicher bald. Es diente zum einen der Anzeige des Netzwerkdurchsatzes (und basierte insofern auf TCPLEDs), andererseits, um gewisse Statusanzeigen (Rechner läuft noch, Verbindung zum Internet besteht etc.) zu haben.

Da sich in Zeiten der DSL-Flatrate die Anzeige der bestehenden Internetverbindung erübrigt hat, und sowieso der Monitor von dem Server ganz weg sollte, habe ich mir als Ersatz für diese Blinklichter ein LCD-Modul mit Hintergrundbeleuchtung (128x64 Punkte, um EUR 50,-) zugelegt. Dieses zeigt jetzt neben dem Netzwerkdurchsatz (getrennt nach LAN und DSL) auch noch den letzten Anrufer, die aktuelle IP-Adresse, Uhrzeit und weitere Spielereien an. Das Programm ist auch für die Überwachung der USV zuständig.

Vielen Dank an Jürgen Ulbts für seine Hilfe bei der Interface-Programmierung und der benötigten Elektronik. Auch dieses Display wird am Parallelport betrieben; als Spannungsquelle dient der Floppy-Anschluss im Inneren des PCs. Da der Rechner "falsch herum" unter dem Schreibtisch steht, befinden sich in dem Kasten um das Display noch zwei LEDs, die die Aktivitäten auf den Festplatten-Bussen anzeigen.

Hardware

So, dies war nun also die Softwareseite des Systems. Besteht eigentlich nur noch Aufklärungsbedarf bezüglich der Hardware, auf der das ganze läuft.

Anfangs lief das ganze auf einem AMD K6 PR2-233, der allerdings auf 200 MHz herunter(!) getaktet ist - sonst wird der etwas zu warm, zumal es einer aus der 3.3V-Reihe ist. :-( Dieser Prozessor steckte auf einem ATC-1020+, einem wohl recht unbekannten AT-Board. Dazu gesellten sich 96mb RAM. Um dem gewachsenen Bedarf - das Netz wurde in letzter Zeit deutlich größer - gerecht zu werden, verrichtete danach ein K6-2 mit 450 MHz auf einem GA-5AX seinen Dienst; diesem standen 372mb RAM zur Verfügung. Dieser Rechner wich jetzt einem AMD Duron 800, dem nunmehr 512mb RAM zur Verfügung steht. Damit steht dem Netzwerk wohl auch für die Zukunft noch ausreichend Performance zur Verfügung.

Die SCSI-Platten verschwanden aus dem Server, als der Platz für den Adaptec 2940UW eng wurde, und auch die 3.5"-Einschübe sind mit anderen Platten besser bedient. Außerdem produzierten die IBM-Platten reichlich Lärm und Wärme. Jetzt stecken in dem Rechner 3 IDE-Platten von Maxtor, und zwar in der Größe 160 (2x) und 250 gb. Aber auch da wird der Platz langsam eng - die digitale Sat-Karte in einem Client sorgt für ziemliche Datenfluten...

Zur Netzwerkanbindung für die Clients gibt es noch eine 100MBit-Netzwerkkarte (Intel EtherExpress Pro/100+, die eine RTL 8139B ablöste), die an einem (oder besser: zwei) ELSA Vianect LAN Switch hängt. Das DSL-Modem ist über eine 10MBit-RealTek(8029)-Karte angeschlossen. Für die Bilder sorgt eine ATI-Grafikkarte (mit Treibern von SciTech, weil die ursprünglichen ATI-Treiber für die alte Karte Probleme im Zusammenspiel mit dem Adaptec-Controller verursachten, und ich nach dem Hardware-Umbau nicht auch noch Treiber austauschen wollte). Die ProAudioSpectrum-16-kompatible Soundkarte musste einem Controller weichen, der die zweite parallele Schnittstelle beherbergt, an die das LCD-Modul angeschlossen ist.

Das Problem mit dem ISA-Steckplatz hat sich jetzt von selbst gelöst - ich brauchte noch einen dritten Parallelport, sodass ich statt der ISA-Karte eine PCI-Karte mit zwei Ports einbaute, um noch einen Drucker mehr anschließen zu können -, allerdings habe ich irgendwie Gefallen an einem Server gefunden, der nicht auch noch unnötig Töne von sich gibt. Ganz abgesehen von dem Platzproblem, welches die anzuschließenden Lautsprecher aufgeworfen hätten.

Da das System größtenteils ohne weiteres durchläuft, habe ich mich jetzt endlich dazu durchgerungen, unter dem Schreibtisch etwas Platz zu schaffen und den 15"-Monitor von Sampo im Schrank zu verstauen. Wenn dann doch einmal der Bildinhalt interessant sein sollte, kann man das immernoch via Remote-Control-Software von einem der Clients überprüfen. Alternativ ist das natürlich auch über einen KVM-Switch möglich - der hat den Vorteil, softwareunabhägig zu sein, und kann auch später sicherlich gut nachgenutzt werden. Für den Kontakt mit der Außenwelt sorgt analog (auch für Faxe) und digital ein US Robotics Courier-I Modem, nur für digitale Anrufe eine ELSA MicroLink PCF/pro. Letztere war lange Zeit auch für den Faxempfang zuständig, allerdings gab es mit ganz bestimmten Gegenstellen da ein Problem, welches den Rechner komplett abstürzen ließ. Deshalb empfängt jetzt das USR die Faxe.

Letztlich diente noch eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) von BestPower (600VA, baugleich mit der PowerWare 9110) dafür, dass dem lokalen Netzbetreiber der Schrecken genommen wird. Als ein Unternehmen in der Nähe die EDV austausche, bekam ich noch eine Victron NetPro 1500 - im Gegensatz zu der Patriot ist das eine Smart UPS, versorgt also den Rechner mit aufschlussreichen Statusinformationen, nicht nur mit "dumb signals". Es passiert doch gern einmal, dass der Strom für kurze Zeit weg bleibt - die Dauer schwankt so zwischen 1s und 1h. Um den kurzen Stromausfällen Herr zu werden und den längeren durch kontrolliertes Abschalten die Risiken zu nehmen, ist dies eine sinnvolle Investition. Wer schon einmal OS/2 nach einem Absturz alle Partitionen von insgesamt über 500gb an Plattenplatz (früher alles HPFS-Partitionen, jetzt bis auf die Systempartition alles JFS-formatiert - da geht der FS-Check auch schon bedeutend schneller) überprüfen sehen hat, weiß, wovon ich rede... Den Status des Stromnetzes und des Akkus fragt das Programm ab, welches das LCD ansteuert.

Die Geschichte von The VillageBox

Die Programme, die für eine BBS nötig sind, liefen bei mir eigentlich auch schon, während ich ein Point war. Der Rechner war, weil er Faxe empfangen sollte, auch rund um die Uhr angeschaltet. Auf Anregung meines damaligen Nodes habe ich dann am 20.11.1998 meinen Node-Eintrag beim BIT abgegeben. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich dann gleichzeitig auch noch Node in anderen Netzen: OS2-Netz, SpeedNet, GerNet und WiPoST. Da die BBS bis dahin noch auf einem 80486er lief - damals noch mit dem DOS-Mailer McMail und timEd -, richtete ich am 9.12. einen neuen Rechner ein, damit die BBS richtig online gehen konnte.

Anlässlich dieses Zeitpunktes wurde auch eine neue Festplatte eingebaut - 540mb sind nicht wirklich genug für den Betrieb einer Mailbox; und wenn dann auch noch Files dazu kommen sollen... Im Dezember folgen dann auch noch weitere Netze: VPL-, BB- und SF-Net. Ein Großteil dieser Netze existiert heute leider nicht mehr; ich bin jetzt nur noch Node im FIDO- und im OS2-Netz. Nachdem im September 1999 dann ein neuer Rechner (zum Arbeiten/Spielen) angeschafft wurde, wurde der K6 als BBS genutzt. Damit der Server dann aber wieder schneller wurde, nahm ich mir den K6 Anfang 2002 wieder als Arbeitsrechner, und der K6-2 werkelt seitdem als Server. Bei meinen Hardwareumbauten (vor allem den größeren, wie Boardwechseln etc.) habe ich einen riesigen Vorteil von OS/2 sehr zu schätzen gewusst: Es lief nach dem Upgrade einfach weiter. Es ist nicht, wie ich es von anderen Systemen gewohnt bin, eine komplette Neuinstallation notwendig... Das spart Zeit und Nerven!

Natürlich wurden einige Programme im Laufe der Zeit ausgewechselt. So übernahm anfangs NetMGR die Funktion des Trackers, dann ITrack und schließlich bin ich bei itraX gelandet. Nachdem mich ein anderer Node auf die Idee gebracht hat, FileScan weiterzuentwickeln, habe ich diesen selbstverständlich hier auch installiert, und bin von meinem AllFix-Setup abgekommen. Aber größere Änderungen gab es hier nicht. Leider sind in der letzten Zeit sehr viele Nachrichtennetze fast wie ausgestorben, weshalb diese hier nach und nach gelöscht wurden. Neben dem FIDO-Netz ist deshalb hier nur noch das OS/2-Netz verfügbar - natürlich neben den lokalen Echos, in denen sich die Points und einige andere Nodes unterhalten können.